/ Hanspeter Haller

Cyrtochilum detortum ist eine seltene Orchidee, die in Zentral-Ecuador, N-Peru und Kolumbien heimisch ist. Sie wächst dort in den kühlen immer feucht-nebligen Bergregionen über 1800müM. Sie wächst sowohl terrestrisch (im Boden) als auch lithophytisch (auf Felsen) oder als Epiphyt (Pflanzenaufsitzer auf Baumstämmen oder in Astgabeln). Die kletternden Stängel bilden an langen Stielen zahlreiche Blüten. Der Artnahme lässt sich auf deutsch als 'gedreht' übersetzen und bezieht sich auf die Blütenblätter.

Dasylirion texanum ist in Mexiko im nördlichen Teil des Bundesstaats Coahuila sowie in den USA im südlichen und mittleren Texas in Höhen von 600 bis 1800 m verbreitet. Es wächst an steinigen Hängen und in offenem Grasland. Der botanische Gattungsname leitet sich von den griechischen Worten dasys für ‚dicht‘, ‚rau‘, ‚struppig‘ und leirion für ‚Lilie‘ ab. Dasylirion gehört zur Familie der Spargelgewächse, den Asparagaceae.

Die Tigerlilie Tigridia pavonia stammt aus Mexiko. Sie gehört zur Familie der Irisgewächse. In Mitteleuropa ist sie nur knapp winterhart. An exponierten Lagen müssen die Knollen im Winter im Keller gelagert werden. Die Knollen von Tigridia pavonia können gegart gegessen werden und schmecken dann wie Süßkartoffeln. Tigridia-Arten sind nur in der Neotropis verbreitet. Sie kommen von Mexiko über Guatemala bis El Salvador und von Bolivien über Ecuador bis ins nördliche Chile und Peru vor. Verbreitungsschwerpunkt ist Mexiko mit 36 Arten, wovon 19 weltweit nur dort vorkommen (Endemiten).

Der ursprüngliche Verbreitungsraum des Mönchspfeffers Vitex agnus-castus erstreckt sich vom Mittelmeerraum über Südwestasien bis zur Krim und bis Pakistan. Die dem Mönchspfeffer nachgesagten und teilweise auch überprüften Wirkungen sind vielfältig: Von Mönchen wurde er verwendet, um deren Fleischeslust zu mindern, dagegen wurde ihm in der Antike eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt und bei weiblichen Monatsbeschwerden soll er auch hilfreich sein. Sicher ist, dass er kräftig und gut duftet, sehr dekorativ ist, und bei uns in zunehmendem Masse dauerhaft winterhart ist.

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von Etlingera elatior ist das südliche Thailand, Indonesien sowie das westliche Malaysia. Sie gehört zur Familie der Ingwergewächse. Sie wird als Schnittblume, Zierpflanze in Parkanlagen und auch zum Kochen genutzt. In Curry-Mischungen kann sie als Tamarinden-Ersatz verwendet werden. Die Pseudostämme werden zu Matten verarbeitet. Zudem werden auch feine Fasern aus den Blättern gewonnen. Der Fackel-Ingwer wächst in Pflanzengemeinschaften sehr konkurrenzstark und gilt in den Anbaugebieten teilweise als invasiver Neophyt.

Dass unsere Araujia sericifera den Winter draussen übersteht, ist ein klarer Hinweis auf die klimatische Milde unseres Gartens. Natürlich ist sie zudem im Hinterhof hinter dem Viktoriahaus von warmen Gewächshäusern umgeben. Ihre Heimat ist ursprünlich das südliche Brasilien bzw. das nördliche Argentinien. Der schaurige deutsche Name Folterpflanze, in Englisch Moth Catcher kommt daher, dass die Blüte nach dem Prinzip einer Klemmfalle funktioniert und der Saugrüssel der Schmetterlinge so eingeklemmt werden kann, dass das Insekt nicht mehr freikommt. Erst nach der Bestäubung der Blüte (meist am nächsten Morgen) lässt die Klemmwirkung nach und der Schmetterling kommt wieder frei. Auffällig sind die Baseball-artigen Balgfrüchte, die, wenn sie reif sind, aufspringen und die seidigen Samenhaare freigeben. Entsprechend gehört sie zu der Familie der Seidenpflanzengewächse.

Clerodendrum bungei, der Losbaum, stammt aus China, Taiwan und Vietnam. Er wächst als kleiner Strauch und wird etwa 2m hoch. Schon früh wurde er als Zierpflanze weltweit angepflanzt und ist teilweise auch verwildert. Interessant ist sein nordamerikanischer Volksname 'Mexikanische Hortensie' : Weder handelt es sich um eine Hortensie noch stammt sie aus Mexiko. Clerodendrum bungei wurde 1931vom russischen Botaniker Alexander von Bunge in Beijing während seiner langen Expedition in Ostasien entdeckt.

Der Koreanische Wiesenknopf Sanguisorba hakusanensis stammt aus Japan (Honshu und Hokkaido) und Korea, wo die Pflanzen in Felsrasen, Bergwiesen und Geröllfluren auf der subalpinen Höhenstufe wachsen. Der Gattungsname Sanguisorba L. leitet sich ab von lat. "sanguis" (= Blut) und lat. "sorbere" (= Flüssigkeiten aufnehmen), was sich wahrscheinlich auf die volksmedizinische Nutzung als Heilpflanze bezieht. Der Artname 'hakusanensis' leitet sich vom Berg Haku in Japan ab, einem der Fundorte der Art.








Pflanzen des Monats August 2026