/ Pflanzen des Monats / Hanspeter Haller

Der Gattungsname von Theobroma cacao bedeutet 'Götterspeise'. Daher ist es nicht erstaunlich, dass von dieser Götterspeise jährlich weltweit 5.874.582 Tonnen Kakaobohnen (wobei es botanisch 'Samen' sind, keine Hülsenfrüchte) geerntet werden. Das Land mit der größten Kakaoproduktion der Welt ist die westafrikanische Elfenbeinküste, die 38,0 % der weltweiten Ernte des Jahres 2022 produzierte. Die Kakaobäume können Höhen bis 15m erreichen, werden aber auf den Plantagen auf 4m geschnitten. Sie sind anspruchsvolle Pflanzen, wachsen nur am Äquator, brauchen guten Boden, genügend Wasser und den Schatten grösserer Bäume. Die University of the West Indies auf der Karibikinsel Trinidad besitzt die größte Kakao-Genbank der Welt. Hier werden auch die Grundlagen zur Züchtung neuer Sorten erforscht.

Columnea gloriosa gehört zur Familie der Gesnerieaceae. Ihre Heimat sind die Karibik und die Tropischen Wälder Mittel-und Südamerikas. Sie ist ein Epiphyt, das heisst, sie wächst als Aufsitzerpflanze auf Bäumen. Es gibt einige Sorten, die unterschiedliche Rottöne haben. Der deutsche Name 'Fliegender Goldfisch' passt durchaus. Die reichhaltige Familie der Gesneriaceae umfasst etwa 3200 bis 2900 Arten, die vor allem in den Subtropen und Tropen wachsen. Der Familienname ehrt den Schweizer Arzt, Naturforscher, Altphilologen und Universalgelehrten Konrad Gessner (1516-1565).

Sobralia macrantha, die grossblütige Sobralie stammt aus Mexiko und Mittelamerika. Sie wächst in unterschiedlichen Höhenlagen von Meereshöhe bis über 3000müM. und ist von der Temperatur her entsprechend tolerant. Sie liebt ständige Feuchte, verträgt aber keine Staunässe. Die Gattung Sobralia wurde von spanischen Botanikern im Jahre 1794 begründet. Die Gattung wurde zu Ehren des spanischen Arztes und Botanikers Dr. Fransisco Sobral benannt. Dank ihren schönen Blüten und den eleganten, schilfartigen Stängeln, wurden mehrere Sorten gezüchtet.

Camellia saluensis, die Yunnan-Kamelie, gedeiht im Bergland Südwest-Chinas gelegentlich noch in Höhen von 3.200 m, in der Regel wächst sie aber in tieferen Lagen. Inzwischen wurde sie auch in weiter östlich gelegenen Provinzen Chinas entdeckt. Als Gartenpflanze ist sie in Mitteleuropa an milden Lagen und sogar bis hinauf ins westliche Schottland winterhart. Kamelien gehören, wie die Teepflanze, zur Familie der Teestrauchgewächse. Sie haben wegen ihren dekorativen Blüten und dem winterlichen Blühtermin eine grosse Bedeutung als Zierpflanzen. Nur eine Kamelie, Camellia oleifera, ist wegen ihres Oels auch eine Nutzpflanze. (Neben dem Tee) Der Name Kamelie ehrt Georg Joseph Kamel (1661-1706), einen Jesuitischen Missionar, Pharmakologen und Naturforscher.

Crinum jagus stammt aus den Tropischen Wäldern Afrikas. Sie wächst dort an eher schattigen Lagen. Die Hakenlilien gehören zur Familie der Amaryllisgewächse. Die etwa 80 Arten sind in den Küstengebieten der Tropen und Subtropen fast weltweit verbreitet. Die meisten Arten ziehen als Geophyten in der Trockenperiode ihre Laubblätter ein und überdauern in grossen Zwiebeln bis die Regenperiode kommt. Meist werden sie von langrüssligen Nachtfaltern bestäubt. Der Name Hakenlilie orientiert sich an den hakenartig gebogenen Staubblättern. Hakenlilien sind beliebte Zierpflanzen. Die grossen Arten knicken wegen der grossen, schweren Blüte manchmal ein. Crinum jagus bleibt aber kleiner und wächst besonders aufrecht. Bei uns im Garten haben wir etwa 25 verschiedene Arten von Crinum.

Csapodya splendens, die Goldene falsche Fuchsie, wurde erst 1972 in Chiapas im Bergland im Südosten Mexikos entdeckt. Als der Entdecker Dennis Breedlove 1986 in dieses Fundgebiet zurückkehrte, waren alle Wälder abgeholzt und zu Farmland umgewandelt worden. Csapodya war in der Wildnis ausgestorben. Gut hatte der Pflanzensammler 1972 einige Exemplare gesammelt und in Botanische Gärten gebracht. Somit gibt es Csapodya heute nur noch in Kultur. Sie ist, ähnlich der Fuchsien, eine begehrte Zierpflanze.

Es gibt weltweit nur 5 Hamamelis-Arten: 3 kommen in Nordamerika vor, 2 in Asien. Hamamelis x intermedia ist eine Kreuzung der japanischen mit der chinesischen Zaubernuss. Zusätzlich ist es noch eine gärtnerische Züchtung mit dem Namen 'Diane'. Es gibt etwa 47 Züchtungen von Hamamelis x intermedia, die sich teilweise erheblich im Blühzeitpunkt unterscheiden. Natürlich ist die Gattung Hamamelis wegen ihrer Winterblüte derart populär und häufig in Gärten anzutreffen.

Lonicera fragrantissima, die wohlriechende Heckenkirsche, stammt ursprünglich aus China. Sowohl mit ihren Blüten als Insektennahrung, als auch mit ihrem Blättern als Raupennahrung ist sie ökologisch sehr wertvoll. Die Früchte sind rundliche, attraktiv gefärbte korallenrote, bisweilen auch lachsrote Beeren, die teilweise miteinander zu Doppelbeeren verwachsen sind.








Die Pflanzen des Monats Januar 2026