/ Pflanzen des Monats / Hanspeter Haller

Die Netzblatt-Iris, Iris reticulata, kommt natürlicherweise im Kaukasus, in der Türkei sowie im Irak und Iran vor. Sie wächst dort an steinigen Berghängen zwischen 600 und 2700müM. auf neutral- bis alkalischen Gesteinen. Die Bezeichnung 'Netzblatt' bezieht sich nicht auf die Laubblätter, sondern auf die Hüllblätter der Zwiebel, welche netzartig strukturiert sind.

Die Kletterlilie, Bomarea multiflora stammt aus Kolumbien, Ecuador und Peru. Sie wächst als Liane auf Bäumen. Erstaunlicherweise wächst sie von oben nach unten, also nicht dem Licht entgegen. Die Bomarien sind eine Pflanzengattung in der Familie der Inkaliliengewächse (Alstroemeriaceae). Die etwa 150 Arten sind in der Neotropis von Mexiko bis Südamerika weitverbreitet. Sie verträgt keinen Frost, kann aber auch in kühleren Gebieten wachsen. So hat sie sich auch in Neuseeland eingebürgert.

Hymenandra wallichii stammt aus Bangladesh, Südchina und Myanmar. Sie wächst in warmen Wäldern an schattigen Stellen. Sie gehört zur Familie der Primelgewächse und zur Unterfamilie der Myrsinengewächse. Ihre Inhaltsstoffe werden in der Homöopathie verwendet. Von den weltweit 17 Hymenandra-Arten kommen 9 in der Neotropis und 8 in Indomalesien (Indien - Malaysia) vor. Sie werden von Insekten bestäubt.

Leucojum vernum, der Märzenbecher gehört zu den verschiedenen Frühlingsgeophyten unserer Rasenflächen. Das sind Zwiebelpflanzen, die ihre ganze Blühkraft sofort aus den unterirdischen Zwiebeln mobilisieren können. Sie nutzen die Gunst der Stunde, wenn die Bäume noch im Winterschlaf sind und genügend Licht den Boden wärmt. Da hat es Märzenbecher, Krokusse, Blausterne, Primeln und Narzissen. Während der frühen Morgenstunden sind sie noch geschlossen, doch sobald die Sonne kommt, öffnen sie sich. Selbst an Orten, wo wir Grabarbeiten verrichten mussten und die oberste Erdschicht sorgsam entfernt und nach der Grabung wieder plaziert haben, kommen die Geophyten wieder so, als wäre nichts gewesen. Es sind wahre Überlebenskünstler.

Die Lavendelheide, Pieris floribunda stammt aus dem östlichen Nordamerika und wächst vor allem in den Gebirgen der südlichen Appalachen. Sie gehört zur Familie der Erica-Gewächse und bevorzugt saure, durchlässige Böden. Pieris sind auch beliebte Zierpflanzen. Meist handelt es sich dann um eine Kreuzung der amerikanischen (Pieris floribunda) und der japanischen Pieris (Pieris japonica).

Es ist immer wieder erstaunlich, wie die Kanaren-Glockenblume, Canarina canariensis, die sich im Sommer unsichtbar unter der Erde versteckt, im Herbst plötzlich als grosse Kletterpflanze sichtbar wird und dann im Tiefwinter in voller Blüte steht. Sie ist ein Endemit der Kanarischen Inseln, ist deren Nationalblume und wird dort „Bicácaro“ genannt. Obwohl ihre Blüte den Glockenblumen der Gattung Campanula ähnelt, unterscheidet sich die Gattung Canarina vor allem durch 2 Merkmale: Sie ist 6-zählig und ihre Früchte sind Beeren im Gegensatz zu Campanula, die Kapselfrüchte besitzen. Die Blüten bilden sehr viel Nektar, ein Hinweis auf Vögel als Bestäuber. Tatsächlich werden sie vom Weidenlaubsänger (Phylloscopus collybita canariensis) (der kanarische Verwandte des Zilpzalp) bestäubt.

Scilla mischtschenkoana, der Kaukasus-Blaustern stammt aus Süd-Transkaukasien und dem Nordwesten des Iran. Hier ist die Art auf montanen bis subalpinen trockenen Felsheiden zu finden. Der Artname bezieht sich auf den russischen Botaniker Pawel Iwanowitsch Mischtschenko. Blausterne sind Geophyten, die Zwiebeln als Überdauerungsorgane bilden. Sie gehören zur Familie der Spargelgewächse. Sie kommen in ganz Europa, Teilen Asiens und an wenigen Stellen in Afrika vor. Nahe Verwandte der Gattung Scilla sind die Sternhyazinthen (Chionodoxa).

Die Jonquille, Narcissus jonquilla, war ursprünglich nur auf der Iberischen Halbinsel verbreitet. Sie kam jedoch früh in die Gartenkultur. Als Gartenflüchtling ist sie verwildert und bildet in Südfrankreich, Italien und Dalmatien wilde Populationen. Sie sieht ähnlich aus wie die Osterglocke, Narcissus pseudonarcissus, ist aber deutlich schlanker und zierlicher. Von der Jonquille gibt es zahlreiche Züchtungen. Die Sorte 'Sailboat' z.B. ist weiss.








Die Pflanzen des Monats März 2026