/ Pflanzen des Monats / Hanspeter Haller
Malesherbia linearifolia stammt aus dem zentralen Chile. Alle Arten der Gattung Malesherbia wachsen in den Trockengebieten Südamerikas mit Schwerpunkt Chile, Bolivien und Peru. Dort wachsen sie in den Anden oder in der Atacama-Küstenwüste. Sie gehören zur Familie der Passionsblumengewächse (Passifloraceae). Es gibt etwa 25 Malesherbia Arten. Der Gattungsname ehrt den französischen Juristen und Staatsmann Chrétien-Guillaume de Lamoignon de Malesherbes (1721–1794).
Camellia granthamiana ist eine eher selten angepflanzte Kamelienart, die erst 1955 auf dem höchsten Hügel von Hong Kong Tai Mo Shan (957müM) entdeckt worden ist. Benannt wurde sie nach dem damaligen Gouverneur von Hong Kong, Sir Alexander Grantham. Da ihr Verbreitungsgebiet sehr klein ist, werden umfangreiche Schutzmassnamen ergriffen, die den Bestand sichern sollen. Kamelien gehören wie die Teepflanze zur Familie der Teestrauchgewächse. Sie haben wegen ihren dekorativen Blüten und dem winterlichen Blühtermin eine grosse Bedeutung als Zierpflanzen. Nur eine Kamelie, Camellia oleifera, ist wegen ihres Oels auch eine Nutzpflanze. Der Name Kamelie ehrt Georg Joseph Kamel (1661-1706), einen Jesuitischen Missionar, Pharmakologen und Naturforscher.
Dass unsere Araujia sericifera den Winter draussen übersteht, ist ein klarer Hinweis auf die klimatische Milde unseres Gartens. Natürlich ist sie zudem im Hinterhof hinter dem Viktoriahaus von warmen Gewächshäusern umgeben. Ihre Heimat ist ursprünlich das südliche Brasilien bzw. das nördliche Argentinien. Der schaurige deutsche Name Folterpflanze, in Englisch moth catcher kommt daher, dass die Blüte nach dem Prinzip einer Klemmfalle funktioniert und der Saugrüssel der Schmetterlinge so eingeklemmt werden kann, dass das Insekt nicht mehr freikommt. Erst nach der Bestäubung der Blüte (meist am nächsten Morgen) lässt die Klemmwirkung nach und der Schmetterling kommt wieder frei. Auffällig sind die Baseball-artigen Balgfrüchte, die, wenn sie reif sind, aufspringen und die seidigen Samenhaare freigeben. Entsprechend gehört sie zu der Familie der Seidenpflanzengewächse.
Macleania pentaptera kommt nur in Ecuador vor. Sie gehört zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Dort wächst sie in den immerfeuchten Bergwäldern auf über 1000 müM. Die Blüten werden von Kolibris bestäubt und die Blätter werden von Blattschneiderameisen der Gattung Atta zu Nestbau verwendet. Die Früchte sind weiss. Sie sind essbar und schmecken sehr süss. Es gibt etwa 35 verschiedene Arten von Macleania. Sie gelten als die 'Heidelbeeren der Bergnebelwälder'.
Hibiscus coccineus ist wahrer Blickfang. Schon von Weitem erstaunen uns die riesigen, leuchtend-roten Blüten. Beim Fotografieren waren diese noch geschlossen, sollten jetzt aber offen sein. Der Scharlach-Hibiskus ist in der Küstenebene im Südosten der USA heimisch. Er wächst dort in Sumpfgebieten. Die Blüten erreichen bis zu 25cm Durchmesser und bieten viel Nektar für Kolibris, Schmetterlinge und eine spezialisierte Solitärbiene (Ptilothrix bombiformis) an. Er wurde 1765 von den Gebrüdern Bartram entdeckt. Sehr schnell wurde er als Zierpflanze weltweit gehandelt.
Welwitschia mirabilis aus der Namib-Wüste ist eine der erstaunlichsten Pflanzen überhaupt. Obwohl sie mehrere hundert Jahre alt werden kann, bildet sie nur ein einziges Blattpaar aus. Sie hat keine Blüten, sondern Zapfen und ist damit mit den Nadelbäumen verwandt. Der Stamm ist verholzt und wird oberirdisch meist rund 50 Zentimeter hoch, maximal 1,50 Meter. Er erreicht einen Durchmesser von bis zu einem Meter und weist Jahresringe auf. Die Welwitschie ist auf dem Wappen Namibias abgebildet, dem Wappen der Stadt Swakopmund und dem Wappen der Region Kuneneund. Auch die Namibische Rugby-Union-Nationalmannschaft leitet ihren Spitznamen "Welwitschias" von der Pflanze ab.
Callistemon sieberi ist in den Australischen Alpen in Südostaustralien und Tasmanien beheimatet. Sie hat viel Nektar und wird von Vögeln bestäubt. Der Alpen-Zylinderputzer ist ein Pyrophyt, dass heisst seine harten Samenkapseln öffnen sich erst nach einem Buschfeuer. Ohne Feuer können sie jahrelang geschlossen bleiben. Callistemon sieberi ist der frosthärteste Vertreter der Gattung Callistemon. Als Kübelpflanze haben wir noch Callistemon viminalis, die jedoch bei uns den Winter nur im Gewächshaus übersteht.
Chelone obliqua ist eine dankbare Staude, sehr standorttreu und blühwillig. Sie stammt aus dem Osten Nordamerikas, wo sie an halbschattigen Standorten in feuchten Wäldern vorkommt. Sie gehört zur Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae). Die deutschen Namen sind unterschiedlich: Schiefe Schildblume, Miesmäulchen oder Schlangenkopf.
Die Pflanzen des Monats September 2025