/ Pflanzen des Monats / Hanspeter Haller

Der duftende Schneckenfaden, Cochliostema odoratissimum, bildet als Epiphyt eher die Ausname in der Familie der Commelinaceae, welche meist auf dem Boden wachsen. Seine Heimat ist Costa Rica, Nicaragua, Panama, Kolumbien und Ecuador. Auf der Pazifikseite sind die Blüten eher weisslich, auf der Atlantikseite haben sie kräftigere blau-lila Farbtöne. Der Name 'Schneckenfaden' bezieht sich auf die spiraligen Staubblätter. Bei uns im Tropenhaus wächst Cochliostema an 2 Standorten.

Bei uns im Abteilungsweiher unter der Sumpfzypresse blühen im Moment die zwei einzigen Arten der Gattung Lysichiton: Der weisse Lysichiton camtschatcensis und der gelbe Lysichiton americanus. Beide werden auf Deutsch auch Stinktierkohl genannt, wobei dieser Name auch für Symplocarpus foetidus verwendet wird. Lysichiton camtschatcensis kommt im Fernen Osten Russland, auf Sachalin und in Japan bis hinunter auf eine geographische Breite von 35°Nord vor. Er wächst in Sumpfgebieten. Lysichiton americanus gilt bei uns in klimatisch milden Gebieten als potentiell invasiv. Bei den indigenen Völkern Amerikas wurde er als Nahrung oder als Heilpflanze genutzt. Der Name Lysichiton ist griechisch und bedeutet Entfalten. Das bezieht sich auf die sich entfaltenden Hüllblätter.

Primula palinuri stammt von der gleichnamigen Halbinsel südlich von Neapel. Sie ist ein Endemit und bevorzugt kalkhaltige Böden. Durch ihr kleines Verbreitungsgebiet ist sie stark gefährdet. Warum sie ausgerechnet dort und nur an wenigen Stellen vorkommt, bleibt ihr gut gehütetes Geheimnis. Mit ihren auffälligen Blüten und Blättern hat sie es sogar zur Wappenblume des Nationalparks Cilento gebracht und ist in Kampanien vielen Menschen bekannt – auch jenen, die sich sonst kaum mit der Flora der Küstenfelsen beschäftigen.

Die attraktive Freilandorchidee Pleione formosana stammt aus den Bergregionen Taiwans und Chinas. Da sie am Naturstandort im kühlen Gebirge wächst, ist sie sogar bei uns im Tiefland knapp winterhart. Voraussetzung für Ihr Gedeihen ist ein durchlässiger Boden, der zur Blütezeit im Frühling und Sommer feucht ist, im Winter aber trocken. In der Trockenzeit zieht sich Pleione vollständig in ihre Bulben zurück. Der botanische Gattungsname leitet sich von der griechischen Göttin Pleione ab.

Townsendia exscapa gehört zu den Korbblütlern, den Asteraceae. Sie wächst in ganz Nordamerika von Arizona bis hinauf nach Kanada an Trockenstandorten, auf Wiesen der montanen bis alpinen Stufe. Der Blütenstand ist im Vergleich zum Rest der Pflanze bemerkenswert gross. Es gibt etwa 28 Arten der Gattung Townsendia mit unterschiedlichen Blütenfarben.

Sobralia macrantha, die grossblütige Sobralie stammt aus Mexiko und Mittelamerika. Sie wächst in unterschiedlichen Höhenlagen von Meereshöhe bis über 3000müM. und ist von der Temperatur her entsprechend tolerant. Sie liebt ständige Feuchte, verträgt aber keine Staunässe. Die Gattung Sobralia wurde von spanischen Botanikern im Jahre 1794 begründet. Die Gattung wurde zu Ehren des spanischen Arztes und Botanikers Dr. Fransisco Sobral benannt. Dank ihren schönen Blüten und den eleganten, schilfartigen Stängeln, wurden mehrere Sorten gezüchtet.

In unserem neugestalteten Alpinum wächst der Rote Steinbrech (Saxifraga sempervivum) an absonnigen, senkrechten 'Felswänden'. Er stammt aus den Gebirgen Kleinasiens und der Balkanregion. Er wächst in kleinen Rosetten, die Tochterrosetten bilden und sich so auf der Felsoberfläche verteilen. Im Sommer trocknet der Untergrund regelmässig aus. Der Rote Steinbrech ist in Gärtnereien als Kreuzungspartner mit anderen Steinbrechen beliebt.

Die ursprüngliche Heimat von Tulipa clusiana ist der Iran bis in die Gebirge Zentralasiens, Indiens sowie der Himalaya. Im Mittelmeerraum hat sie sich eingebürgert. Sie besiedelt vollsonnige Standort ohne Staunässe. Deshalb kommt es ihr zu Gute, dass wir das Alpinum neu bis tief hinunter mit Kies und Schotter aufgefüllt haben. Die Gattung Tulipa gehört zur Familie der Liliengewächse. Es gibt etwa 150 Arten, die von Nordafrika über Europa bis nach Zentralasien verbreitet sind. Es sind Geophyten, d.h. sie überwintern unterirdisch in einer Zwiebel.








Die Pflanzen des Monats April 2026
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