/ Pflanzen des Monats / Hanspeter Haller

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von Etlingera elatior ist das südliche Thailand, Indonesien sowie das westliche Malaysia. Sie gehört zur Familie der Ingwergewächse. Sie wird als Schnittblume, Zierpflanze in Parkanlagen und auch zum Kochen genutzt. In Curry-Mischungen kann sie als Tamarinden-Ersatz verwendet werden. Die Pseudostämme werden zu Matten verarbeitet. Zudem werden auch feine Fasern aus den Blättern gewonnen. Der Fackel-Ingwer wächst in Pflanzengemeinschaften sehr konkurrenzstark und gilt in den Anbaugebieten teilweise als invasiver Neophyt.
Mahonia napaulensis ist eine relativ seltene Art, die erst 1821 erstmals beschrieben worden ist. Ihre Heimat sind Nepal und China. Sie wächst langsam und ihre Blüten duften leicht nach Zitrone. Ihre Inhaltsstoffe werden in der Naturmedizin in China genutzt. Mahonien sind populäre Frühblüher und gehören zur Familie der Berberitzengewächse. Von den Berberitzen unterscheiden sie sich allerdings durch das Fehlen von Dornen und durch die gefiederten Blätter. Die am häufigsten in Gärten anzutreffende ist Mahonia aquifolium, die von der Pazifikküste Nordamerikas stammt. Verbreitungs- und Vielfaltsschwerpunkt ist aber Ostasien: Von den 31 in China vorkommenden Arten sind 23 Arten Endemiten.

Crassothonna capensis ist ein Endemit der östlichen Kapregion Südafrikas. Die Kapaster gedeiht dort in der Karoo-Halbwüste auf steinigen Böden als Polster- und Hängepflanze und steigt durchaus auch in die bergigen Regionen Lesothos und der Drakensberge auf. Weil sie so dekorativ ist, wird sie bei uns oft in Steingärten oder als Mauerdekoration verwendet.

Pavonia strictiflora oder Goethea strictiflora, wie sie früher hiess, wächst als Unterwuchs in den brasilianischen Regenwäldern. Die Blüten entspringen direkt am Stamm, was auch bei anderen Tropengehölzen – wie dem Kakaobaum – vorkommt. Der Botaniker Nees von Esenbeck widmete die Pflanze 1823 dem Dichter Johann Wolfgang von Goethe. Die rote Blütenfarbe von Pavonia und anderen Tropenpflanzen sind ein deutlicher Hinweis auf Vogelbestäubung, in diesem Fall durch südamerikanische Kolibris.

Impatiens niamniamensis, das Kongo-Lieschen stammt aus den tropischen Wäldern Ostafrikas. Dort wächst es im Schatten und kann durchaus bis zu 1.5m hoch werden. Seine farbigen Blüten erinnern an Zwergpapageienschnäbel. Bestäubt würde das Kongolieschen von Vögeln, die bei uns aber fehlen. Deshalb bilden sich auch nie Samen, welche mit dem typischen, explosiven Springkrautmechanismus wegkatapultiert würden. Ohne Bestäuber kann es bei uns jedoch mühelos durch Stecklinge vermehrt werden.

Die Volksnamen von Clerodendrum quadriloculare umschreiben treffend deren Aussehen in voller Blüte: Sternschnuppenregen, Feuerwerkspflanze, Sternstrauch u.s.w. Die Pflanze stammt aus den Philippinen und Neuguinea. Weltweit wird sie in warmen Gebieten als dekorative Gartenpflanze verwendet. Jedoch gibt es mittlerweile Probleme, weil sie verwildert und die heimische Flora gebietsweise zu verdrängen droht. Ursprünglich wurde Clerodendrum der Familie der Verbenaceae zugeordnet. Aufgrund molekularer Untersuchungen wurde die Gattung jetzt aber in die Familie der Lamiaceae überführt. Ihre aussergewöhnlich langen Blütenröhren deuten auf einen speziellen Bestäuber hin.
Die Blütenkugeln von Pearcea hypocyrtiflora leuchten an schattigen Standorten wie Lampions oder exotische Pilze, orange-purpur schimmernd. Auch die Blätter sind mit ihrem vielfarbigen Muster sehr dekorativ. Entsprechend ist Percea hypocyrtiflora eine sehr beliebte Terrariumpflanze. In der Natur wächst sie nur in Ecuador (Endemit) an schattigen Standorten in den immerfeuchten Tiefland und montanen Regenwäldern.

Epidendrum goodspeedianum gehört zu den wenigen Ausnahmen innerhalb der Gattung Epidendrum, die direkt auf den Felsen oder am Boden, also lithophytisch wachsen. Denn Epidendrum heisst "auf dem Baum", davon abgeleitet ist der deutsche Name "Baumwurzler". Es ist eine Gattung von etwa 1600 Arten, die ihren Verbreitungsschwerpunkt in Mittel-und Südamerika haben. Sie sind ein wichtiges Element der Orchideenflora der Neotropis. Viele Arten leben in Humusansammlungen in Astgabeln oder finden sich bevorzugt in den Nestern baumbewohnender Ameisen. Vertreter dieser Gattung gibt es auch in Plantagen und Obstgärten. Obwohl die größte Artenvielfalt in feuchten Nebelwäldern zu finden ist, gibt es verschiedene Anpassungen an trockene Wuchsorte: Laubabwerfende Arten sowie solche mit sukkulenten Blättern oder Sprossen.






Die Pflanzen des Monats Januar 2026
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