/ Hanspeter Haller

Die Rote Yucca, Hesperaloe parviflora, ist eine sehr dekorative Pflanze. "Parviflora" bedeutet "kleinblütig", aber gerade die vielen kleinen Blüten machen ihren Reiz aus. Sie gilt als winterhart bis -18°C, sofern der Boden im Winter nicht zu feucht ist. Hesperaloe parviflora ist in Mexiko im Bundesstaat Coahuila und in den Vereinigten Staaten im Bundesstaat Texas auf dem Edwards Plateau in Wüstengebieten und Chaparral-Zonen in 500 bis 2000 m Höhe angesiedelt. Die Art wächst vergesellschaftet mit Dasylirion texanum und verschiedenen Agaven- und Kakteenarten.

Der duftende Schneckenfaden, Cochliostema odoratissimum, bildet als Epiphyt eher die Ausname in der Familie der Commelinaceae, welche meist auf dem Boden wachsen. Seine Heimat ist Costa Rica, Nicaragua, Panama, Kolumbien und Ecuador. Auf der Pazifikseite sind die Blüten eher weisslich, auf der Atlantikseite haben sie kräftigere blau-lila Farbtöne. Der Name 'Schneckenfaden' bezieht sich auf die spiraligen Staubblätter. Bei uns im Tropenhaus wächst Cochliostema an 2 Standorten.

Catananche caerulea, die blaue Rasselblume rasselt tatsächlich: Die trockenen Samenstände rasseln im Wind. Die Blaue Rasselblume hat einen mediterranen Verbreitungsschwerpunkt und kommt von den italienischen Küstenregionen über das östliche Frankreich bis Spanien vor. In den italienischen Alpen steigt sie an baumfreien Südhängen bis in montane Höhenlagen auf. In Nord-Afrika besiedelt Catananche caerulea die Gebirgszüge des Atlas im Westen bis nach Lybien. Sie wächst auf sonnigen, steinigen Standorten, wo sie von starkwüchsigen Pflanzen nicht zu schnell bedrängt wird. Ihre Blüten schimmern violett-rötlich.

Aloe brevifolia stammt aus Südafrika. Dort ist sie am untersten Zipfel, in der südafrikanischen Provinz Westkap im offenen Buschland verbreitet. Der Artname 'brevifolia' bedeutet 'kurzblättrig'. Es gibt über 600 Arten der Aloen. Sie werden von Vögeln bestäubt. Dabei gibt es artspezifische Anpassungen der Länge der Blütenröhren an die Länge der Vogelschnäbel.

Heliconia willisiana ist eine seltene tropische Pflanzenart aus der Familie der Helikoniengewächse. Sie ist endemisch in Ecuador beheimatet und kommt dort vor allem in feuchten Bergwäldern der Provinz Pichincha vor. Die Gattung der Helikonien gehört zur Ordnung der Ingwergewächse. Der Name leitet sich vom griechischen Berg Helikon ab, dem Sitz der Musen, wohl weil die Blütenstände der Helikonien so dekorativ sind. Helikonien stammen fast alle aus Südamerika. Nur einige wenige kommen auch in Ozeanien vor. Bestäubt werden sie vor allem von Vögeln (Kolibris und Honigfresser) und Kleinsäugern (Langzungenflughunde und Pazifische Ratte).

Die Seidenpflanze Asclepias syriaca kommt im östlichen und zentralen Nordamerika auf Feldern, Wiesen und an Wegrändern vor. Sie wird häufig auch als Papageienpflanze bezeichntet, weil ihre reifen Früchte offensichtlich wie Papageien aussehen und entsprechend als Dekorationsobjekte vermarktet werden. Die voluminösen Samenhaare wurden früher auch als Polstermaterial genutzt. Wegen ihrem Milchsaft wurde sie auch als Kautschukpflanze ausprobiert. In Nordamerika ist Asclepias syriaca Futterpflanze für die Raupen des Monarchfalters (Danaus plexippus), der berühmt ist wegen seiner weiten Wanderflüge zu den Überwinterungsorten in Mexiko.

Der indische Maulbeerbaum Morus indica gehört, wie der Feigenbaum zur Familie der Maulbeergewächse. Ursprünglich aus der Himalaya-Region stammend, wird er wegen seiner süssen Früchte und als Hauptfutterpflanze für Seidenraupen in gemässigten bis subtropischen Klimazonen kultiviert. Mit zunehmend milden Wintern wird er auch bei uns immer häufiger angepflanzt. Vor allem der nahe verwandte Weisse Maulbeerbaum Morus alba, wird auf vielfältige Art genutzt: Alle Pflanzenteile werden in der Ayurveda-Heilkunde verwendet. Ausserdem wird das harte Holz im Mittelmeergebiet zur Herstellung von Schnaps- und Weinfässern sowie in asiatischen Ländern zur Herstellung von hochwertigen Zupf-Musikinstrumenten verwendet.

Die Brasilianische Guave, Acca sellowiana, auch Feijoa oder Ananas-Guave genannt, stammt ursprünglich aus dem subtropischen Südamerika. Dank ihrer wohlschmeckenden Früchte wird sie heute vor allem in Georgien, Aserbaidschan, auf Sizilien (Adrano) und auf Neuseeland grossflächig angebaut. Die reife Frucht kann wie eine Kiwi gegessen werden. Guave eignet sich zur Herstellung von Kompott oder als Brotaufstrich. Fein zerkleinert, mit Zucker vermischt und in Gläser abgefüllt, hält sich das Fruchtmus problemlos im Kühlschrank während mehrerer Wochen. Die Guave enthält viele Vitamine und hat einen hohen Jodgehalt. 100g Fruchtfleisch enthalten ca. 20mg Vitamin C.







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